Seite erstellt am 18.08.1998
 Seite aktualisiert am 16.04.2014

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Betriebliche Gesundheitsförderung

Dipl.-Psych. Lutz Hertel

(aus: "Wegweiser Gesundheitsförderung und Prävention - Angebote von Diplom-Psychologinnen", vom Arbeitskreis 'Psychologische Gesundheitsförderung und Prävention' der Sektion Klinische Psychologie im BDP im Deutschen Psychologen Verlag 1996 herausgegeben) 

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) zielt auf die positive Beeinflussung gesundheitsbezogener Einstellungen und Verhaltensweisen von Beschäftigten sowie auf die gesundheitsbezogene Verbesserung von Arbeitsbedingungen und betrieblichen Verhältnissen. Sie orientiert sich am konkreten Bedarf eines Unternehmens und seiner Beschäftigten bzw. definierter Teilgruppen der Beschäftigten.

BGF schafft höhere Arbeitszufriedenheit, gesundheitliche Verbesserungen und mehr Lebensqualität für MitarbeiterInnen sowie nachweislich vermehrte wirtschaftliche Erfolge durch: weniger Krankenstände und Fehlzeiten, steigende Produktivität, verbessertes Image des Betriebes nach innen und außen.

Als Entwickler, Berater, Umsetzer und Gesundheitsförderungs-Manager übernehmen spezialisierte Diplom-Psychologen in allen Phasen betrieblicher Gesundheitsförderung - Analyse, Planung, Durchführung, Evaluation - wesentliche Rollen und Aufträge. Sie wenden dabei Fachkenntnisse, Kompetenzen und Erfahrungen aus folgenden Bereichen an: Projektmanagement, Organisationsentwicklung/-psychologie, empirische Sozialforschung, Arbeits- und Betriebspsychologie, Kommunikationspsychologie, Marketing und Werbepsychologie, Teamentwicklung, Kleingruppenarbeit und Moderation, spezielle Ansätze der klinischen Psychologie sowie Gesundheitspsychologie.

Für die nachfolgend ausgewählten Aufgaben betrieblicher Gesundheitsförderung sind spezialisierte Psychologen besonders geeignet:

  • Moderation und Coaching innerbetrieblicher Gremien für Gesundheitsförderung (z.B. "Arbeitskreis Gesundheit") und von Mitarbeiter-Zirkeln zum Thema Gesundheit (z.B. "Gesundheitszirkel")
  • Entwicklung und Auswertung von Mitarbeiterbefragungen (Interviews, Fragebogen) zur Bedarfsanalyse, zur Prozess- und Ergebnisevaluation
  • Entwicklung erfolgreicher Strategien für betriebliche Gesundheitskommunikation (medial - personal)
  • Durchführung psychologischer Maßnahmen, z.B. Organisations-, Personalentwicklung, Stressbewältigung, psychologische Arbeitsplatzanalyse

Diplom-Psychologen für BGF arbeiten - freiberuflich oder angestellt - im direkten Auftragsverhältnis für Wirtschaftsunternehmen oder mittelbar für Krankenkassen und gesetzliche Unfallversicherungsträger.

Die Krankenkassen und Berufsgenossenschaften zeigen seit Beginn der 90er Jahre ein deutliches Interesse und Engagement im Feld der betrieblichen Gesundheitsförderung, wozu viele PsychologInnen in maßgeblichen Positionen beigetragen haben. Dieses Engagement erhält durch die gesetzlichen Bestimmungen des GKV-Reformgesetzes seit dem 1.1.2000 neuen Auftrieb.