Seite erstellt am 18.08.1998
 Seite aktualisiert am 05.10.2017

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Religionspsychologie > AK "Religionspsychologie, Spiritualität und Psychomarkt"

Ansprechpartner (seit Oktober 2017)

Dipl.-Psych. Maximilian Rieländer, Email: Psychologe@Rielaender.de

Dipl.-Psych. Thomas Erbskorn-Fettweiß, Email: tom.erbskorn@googlemail.com

Gründung und Organisation

Dipl.-Psych. Werner Gross, Psychologischer Psychotherapeut, Supervisor und Coach in Offenbach, organisierte für den BDP die Tagung „Psychomarkt - Sekten – Destruktive Kulte“ (AK) im Januar 1994. Nach der Tagung gründete er den BDP-Arbeitskreis „Psychomarkt - Sekten – Destruktive Kulte“ (AK) mit Zustimmung des BDP-Präsidiums.

Der AK hat sich in „Religionspsychologie, Spiritualität und Psychomarkt“ umbenannt. Er ist der Sektion GUS  zugeordnet. 

Der AK setzt sich interdisziplinär aus Mitgliedern zusammen, die mit der Thematik beruflich befasst sind, aus Psychotherapeuten, Soziologen, (Sozial-)Pädagogen, Religionswissenschaftlern, Theologen, Mitarbeitern von Beratungsstellen für Weltanschauungsfragen und von staatlichen Institutionen.

Der AK führt jährlich 2 - 3 Sitzungen durch, alternierend in Offenbach und Köln. Er  behandelt in den Sitzungen meist Schwerpunktthemen, die von fachlich ausgewählten Referenten vorgetragen werden. Protokolle werden von den Sitzungen erstellt und sind beim Leiter erhältlich.

Zielsetzungen

Dem Titel bei der Gründung und dem damaligen gesellschaftlichen Trend entsprechend, bezogen sich die Aktivitäten des AK in den ersten Jahren vorwiegend auf psychische Gefährdungen für seelische Gesundheit im Zusammenhang mit der Zugehörigkeit zu religiösen Gemeinschaften. Das Ziel war, über solche Gefährdungen mit sozialpsychologischen und persönlichkeitspsychologischen Bedingungen, mit typischen Abläufen und Auswirkungen sowie über Beratungs- und Therapiehilfen aufzuklären.

Mittlerweile lautet die Fragestellung eher: Unter welchen Bedingungen und mit welchen Auswirkungen tragen bei Menschen religiöses Erleben, Denken und Handeln zur Förderung oder Störung seelischen Gesundheit bei? (vgl. dazu die erste Frage aus Religionspsychologische Fragestellungen für die psychologische Arbeit)

In den Themen der Arbeitskreissitzungen werden vielfältige Formen esoterischer, spiritueller, religiöser Anschauungen und Gruppen sowie Aspekte der Suche nach Sinn dargestellt und unter psychologischen Aspekten diskutiert; Aspekte von 'Sinn' und 'Unsinn', von 'Heil' und 'Unheil' werden erarbeitet.

Aktivitäten

Aus der Arbeit für den AK veröffentlichte Werner Gross im BDP 1996 den Kriterienkatalog „Was eine alternativ-spirituelle Gruppe zum problematischen Kult macht“ und auch das Buch „Psychomarkt - Sekten – Destruktive Kulte“ im Deutschen Psychologen Verlag.

Ein Schwerpunkt der Arbeit des AK war die Begleitung der Enquetekommission „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ des Bundestages von 1996 – 1998.

Weiterhin hat der AK das BMFSFJ-Modellprojekt von 2000 – 2003 zur Fortbildung von BeraterInnen in Beratungsstellen für psychosoziale Probleme im Umfeld neuer religiöser und ideologischer Gemeinschaften begleitet und die wissenschaftliche Begleitung durch Dipl.-Psych. Dr. Stephan Murken von der Arbeitsgruppe für Religionspsychologie der Universität Trier unterstützt.

Zum Tätigkeitsbericht für die Jahre 2006 und 2007

Im April 2012 veröffentlicht Dipl.-Psych. Werner Gross den Bericht "Interdisziplinär und undogmatisch" zur 50. Sitzung des BDP-AK "Religionspsychologie, Spiritualität und Psychomarkt" in Report Psychologie (4/2012).

Der Arbeitskreis initiierte 2014 eine Umfrage „Sinnfragen und Religiosität/Spiritualität in der Psychotherapeutenausbildung“ an Ausbildungsinstituten für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Deutschland, maßgeblich von Prof. Dr. Helmut Freund betreut. Henning Freund & Werner Gross veröffentlichten die Ergebnisse im Psychotherapeutenjournal 2/2016: "Sinnfragen und Religiosität/Spiritualität in der Psychotherapeutenausbildung – eine Umfrage an Ausbildungsinstituten" Die Autoren schreiben in der Zusammenfassung: „Der Stellenwert von Sinnfragen, Religiosität und Spiritualität für die Psychotherapie hat sich in den letzten 20 Jahren verändert. Es gibt deutliche empirische Belege dafür, dass Psychotherapeuten eine größere Offenheit für diese Themenfelder entwickelt haben, sie sich aber nur unzureichend dafür ausgebildet fühlen.“

Mehrere Mitglieder des Arbeitskreises haben 2016 maßgeblich in einer Task-Force der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) mitgearbeitet und darin 11/2016 eine Stellungnahme "Empfehlungen zum Umgang mit Religiosität und Spiritualität in Psychiatrie und Psychotherapie".

Werner Gross hat die Leitung des AK bei der 61. Sitzung am 21.09.2017 niedergelegt; dazu ist eine Würdigung sowie ein Bericht über die 61. Sitzung verfasst.