Seite erstellt am 18.08.1998
 Seite aktualisiert am 16.04.2014

Gesundheitspsychologie > Berufsfeld > Tätigkeitsfelder >
Hospizarbeit

Dipl.-Psych. Gerlinde Dingerkus

Als Diplom-Psychologin in der Hospizarbeit – wie kann dieses Tätigkeitsfeld aussehen? 

Mit diesem Beitrag beschreibe ich ein berufliches Feld, das bundesweit noch relativ selten ist.

Das Land Nordrhein-Westfalen finanziert seit zehn Jahren zwei Ansprechstellen mit dem Namen ALPHA (Ansprechstelle im Land Nordrhein-Westfalen zur Pflege Sterbender, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung), eine in Bonn für das Rheinland, die andere in Münster für Westfalen/Lippe.

ALPHA hat insbesondere folgende Aufgaben:

  • Gesamtkoordination der vielfältigen Aktivitäten und Entwicklungen im Hospizbereich in NRW
  • Beratung bzw. Supervision der mit der Hospizarbeit befassten Personen, Institutionen, Einrichtungen und Initiativen auf kommunaler und Landesebene beim Auf –bzw. Ausbau sowie der Weiterentwicklung der Hospizinfrastruktur
  • Unterstützung der landesweiten Vernetzung von traditionellen und neuen ambulanten und stationären palliativen Versorgungsangeboten einschließlich der Angebote an professioneller und ehrenamtlicher Sterbebegleitung
  • Entwicklung von Konzepten zur weiteren Verbesserung der Versorgungssituation von schwerkranken und sterbenden Menschen und deren Angehörigen
  • Durchführung und Initiierung von Fortbildungsmaßnahmen für ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Weiterentwicklung von Fortbildungsinhalten zur Qualifikation der an der palliativen Versorgung beteiligten Berufsgruppen.

Mit der Einrichtung und Förderung dieser Stellen setzt das Land NRW ganz deutlich einen Akzent im Rahmen der Gesundheitsförderung. Gerade im Bereich der Hospizarbeit war das Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalens federführend: es hat sich – noch vor den Kirchen und Wohlfahrtsverbänden – für eine Verbesserung der Situation Sterbender und ihrer Angehörigen fachlich und finanziell eingesetzt.

Durch die Besetzung einer dieser beiden Stellen mit einer Diplom-Psychologin mit verschiedenen therapeutischen und supervisorischen Qualifizierungen sowie adäquaten beruflichen und persönlichen Vorerfahrungen ist eine gute Voraussetzung geschaffen, die o.a. Aufgaben zu verfolgen.

Die Hospiz- und Palliativarbeit ist ein Feld, in dem Psychologinnen und Psychologen auf einer Meta-Ebene, wie z.B. in der Supervision von Sterbebegleiterinnen und -begleitern einen guten Platz finden. Auch in den Institutionen selbst, z.B. auf einer Palliativstation, in der Multiprofessionalität eine wichtige Funktion hat, können PsychologInnen die anderen dort tätigen Berufsgruppen aus Pflege, Medizin oder Seelsorge sinnvoll ergänzen.