Seite erstellt am 18.08.1998
 Seite aktualisiert am 22.03.2007

Umweltpsychologie > Fach

Umweltpsychologie als Fach

Die Umweltpsychologie ist ein seit ca. 1985 entstandenes wissenschaftliches Fachgebiet der Psychologie mit zukunftsorientierten Aufgaben für die weitere gesellschaftliche Entwicklung in den Bereichen der 'Gesundheit' und 'Umwelt' in Deutschland und in Europa.

Der nachfolgende Text enthält folgende Gliederung:

Umweltpsychologie: Wissenschaft von den Mensch-Umwelt-Beziehungen

Das Thema 'Umwelt' wird für unseren Alltag immer wichtiger. Fast täglich wird uns die Gefährdung des Lebensraumes, der uns Menschen umgibt, vor Augen geführt.

Menschen gestalten Umweltsysteme für ihren Gebrauch. Jedem Eingriff in unsere Lebensbedingungen liegen Auffassungen über menschliches Erleben und Handeln zugrunde. Diese Einflussfaktoren werden jedoch in vielen Fällen außer acht gelassen oder mit laienhaften Vorstellungen angegangen. Folgerichtig ergibt sich der Auftrag an die Psychologie, hier fundierte Grundlagen und konkrete Entscheidungshilfen bereitzustellen.

Vor diesem Hintergrund hat sich während der letzten Jahrzehnte die Ökologische Psychologie als eine Teildisziplin der wissenschaftlichen Psychologie entwickelt. Sie beschäftigt sich vorrangig mit den vernetzten Wechselwirkungen zwischen Menschen und ihrer alltäglichen Lebensumwelt.

Dieses Teilgebiet der Psychologie wird in der Zukunft an Bedeutung gewinnen, da immer mehr drängende Umweltprobleme entstehen, deren Lösung mit dem ‘subjektiven Faktor’ steht und fällt.

Einen maßgeblichen Rahmen für umweltpsychologische Tätigkeit gibt das Bundesimmissionsschutzgesetz. Danach sind Wasser, Boden, Luft und Stille als unsere Lebensgrundlagen in besonderer Weise geschützt.

Uns Menschen betrifft dies in zweifacher Hinsicht: Wir sind sowohl Betroffene von Umweltveränderungen als auch deren Verursacher, die durch ihr Handeln zu positiven wie negativen Entwicklungen beitragen. Beide Aspekte werden von der Umweltpsychologie erforscht, und ihre Ergebnisse werden praktisch umgesetzt.

Umweltpsychologie kooperativ

Alle Fragen, die die Umwelt betreffen, sind in komplexe und vielschichtige Systeme eingespannt. Eine Müllverbrennungsanlage, ein Kraftwerk oder eine Fußgängerzone sind schließlich für alle Aspekte, von der Physik über die Wirtschaft bis hin zum Seelenleben relevant. Aus diesem Grund lassen sich solche Aufgaben auch nur in interdisziplinärer Zusammenarbeit bewältigen.

Die Umweltpsychologie erfordert darum stets die Kooperation mit anderen Disziplinen wie den Naturwissenschaften und der Medizin, der Architektur und Stadtplanung, den Ingenieurswissenschaften, der Agrarwissenschaft, der Soziologie und der Pädagogik, den Rechts-, Verwaltungs- und Wirtschaftswissenschaften.

In der Umweltpsychologie ist es neben der Kooperation mit Experten aus den anderen Fachgebieten mindestens genauso wichtig, mit den Nutzern oder Betroffenen zusammenzuarbeiten, deren Lebensräume durch umweltpsychologische Vorschläge verändert werden sollen.

Qualifikation in Umweltpsychologie

Psychologinnen und Psychologinnen, die über ein abgeschlossenes Hochschulstudium in Psychologie verfügen und im Gebiet der Umweltpsychologie berufstätig sind, haben sich  während ihrer wissenschaftlichen Ausbildung an der Universität und in anschließenden fachspezifischen Fortbildungen für die Anforderungen der umweltpsychologischen Praxis qualifiziert.