Seite erstellt am 18.08.1998
 Seite aktualisiert am 17.03.2007

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Fachkreis Gerontopsychologie

Wohntechnik für Senioren

Problemstellung

Älteren oder behinderten Menschen soll durch ‚intelligente‘ Produkt-  und Dienstleistungs-Entwicklungen die selbständige Lebensführung im eigenen Haushalt ermöglicht oder zumindest erleichtern werden; Zielsetzungen sind dabei insbesondere:
  • Förderung persönlicher Sicherheit, Unfallvermeidung, Gesundheit (z.B. durch biomedizinisches Monitoring oder Integration der Notruffunktion in handelsübliche Handy-Technik),
  • Verbesserung der Alltagsorganisation einschl. Komfortverbesserungen (z.B. Haushaltshilfen, Kommunikation, Beratung, Vermittlung von Hilfen),
  • Überwindung von individuellen Mobilitätseinschränkungen und von Entfernungsproblemen durch Technikeinsatz
  • Einsparung von Ressourcen.
Trotz beeindruckender Anwendungspotentiale der bereits verfügbaren Technik lässt sich der aktuelle Stand der Entwicklung und der Verbreitung technischer Unterstützungsmöglichkeiten für das Wohnen älterer oder behinderter Menschen derzeit immer noch als eine Art von Schwellensituation beschreiben.

Psychologische Fachaufgaben und Schwerpunkte

Grundsätzlich kommen sowohl angebots- wie auch nachfrageorientierte Lösungsansätze durch den Einsatz psychologischer Erkenntnisse zur Innovationsbeschleunigung in Betracht:

Angebotsorientiert z.B.

  • Erarbeitung von Qualitätskriterien für seniorengerechte Wohnungsgestaltung (u.a. durch PsychologInnen)
  • Optimierung von MMS-Schnittstellen

Nachfrageorientiert z.B.

  • Senioren-Bedarfsanalysen
  • Vertiefungsanalysen zu Bedarfsveränderungen im individuellen Biografieverlauf
  • Imagestudien (eine kritische Marketing- Barriere ergibt sich dadurch, dass die Konnotationen von "Alter" meist krass vom Selbstbild der Zielgruppenmitglieder abweichen)

Dem Stand der Entwicklung und der Verbreitung technischer Unterstützung für den Lebensalltag von Senioren entsprechend, lässt sich derzeit nicht von einem prägnanter definierbaren Stand der Berufspraxis sprechen. Es gibt aber PsychologInnen, die in der Forschung bei praxisorientierten Einzelprojekten mitwirk(t)en (z.B. in einer DFG- geförderten interdisziplinären Forschungsgruppe des Projekt SENTHA zur seniorengerechten Technik im häuslichen Alltag zur Unterstützung der selbstständigen Lebensführung älterer Menschen).