Seite erstellt am 18.08.1998
 Seite aktualisiert am 17.03.2007

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Fachkreis Gerontopsychologie

Psychologische Beratung, Therapie und Kombinationsmaßnahmen

Psychologische Beratungsangebote und Therapieverfahren werden grundsätzlich - also auch bei älteren Menschen - hinsichtlich ihrer Wirksamkeit wissenschaftlich geprüft.

Eine neuere, besonders umfangreiche gerontopsychologische Studie ist beispielhaft das SIMA-Projekt am Institut für Psychogerontologie der Universität Erlangen- Nürnberg zu nennen. Darin sind die Wirkungen eines einjährigen kognitiven und psychomotorischen Trainings der Hirnleistungsfähigkeit im höheren Lebensalter differenziert untersucht worden.

Psychologische Beratungs-, Präventions- oder Therapieangebote für ältere Menschen werden nichtmedikamentös oder in Kombination mit medikamentösen Therapiemaßnahmen durchgeführt. Möglichkeiten beziehen sich beispielsweise auf die Schwerpunktbereiche

  • Beratung und Psychologische Therapie bei Partnerproblemen (s.u.),
  • als Trauerberatung,
  • bei Depressionen,
  • bei Suchtproblemen, etwa infolge von Medikamenteineinnahme,

zur umfassenden Aktivierung werden für Senioren vor allem

  • Konzentrations- oder Gedächtnistrainings,
  • musik- oder kulturtherapeutische Angebote

von PsychologInnen bereitgestellt.
 

Ausgewählte Schwerpunktprobleme

1. Instabilität von Partnerschaften

Die zunehmende Instabilität von Partnerschaften führt auch in späteren Lebensphasen dazu, dass Trennungen auch nach langjähriger Ehedauer klar zunehmen; so waren zu Anfang der 90er Jahre fast 15% der frisch geschiedenen Männer und 10% der Frauen über 50 Jahre alt.

Andererseits liegen in der "äußerst spärlichen wissenschaftlichen Literatur zu diesem Thema" (Fokken 1997, S.19) über Gründe solcher Trennungen nach langjähriger Partnerschaft nur begrenzte empirisch gesicherte Hinweise vor.

Vertiefte psychologische Erkenntnisse könnten vor allem auch für Praxisfelder der Familien- und Lebensberatung hilfreich sein.

Es scheint - auch aus berufspolitischer Sicht - empfehlenswert, einen Erfahrungsaustausch zu dem Themenumfeld zu organisieren.
Literatur

Fokken, I.: Familienbeziehungen und soziale Netzwerke. In: Funkkolleg Altern, STE 14. Tübingen: Deutsches Institut für Fernstudien 1997