Seite erstellt am 18.08.1998
 Seite aktualisiert am 17.03.2007

Sektion > Sektions-Organisation > Fachkreise >
Fachkreis Gerontopsychologie

Aufgaben in der Palliativ- und Hospizarbeit

Das Tätigkeitsfeldder Hospiz- und Palliativarbeit

Das Feld der Hospiz- und Palliativarbeit ist nicht ein primäres Aufgabengebiet der Gerontologie. Es umfasst die psychische, soziale, spirituelle und körperliche Begleitung Schwerstkranker und Sterbender - also auch die Begleitung von Kindern, Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen.

Dennoch spielt in der Gerontologie der Kontext um Sterben und Tod natürlicherweise eine herausragende Rolle, insofern als mit hohem Alter, verstärkten Einschränkungen der eigenen Fähigkeiten und mit Multimorbidität die Auseinandersetzung mit dem Sterben, dem Tod und der Trauer immer drängender wird.

Dies betrifft die alten Menschen selbst und ihre Angehörigen; dies betrifft aber ebenfalls alle mit ihnen in Zusammenhang stehenden professionell Tätigen. Je nach Kontext – ob die Menschen zu Haus leben (ambulant) oder sich in einer Einrichtung wie Krankenhaus, Altenheim, Psychiatrie befinden (stationär oder teilstationär) – sind außer Psychologinnen und Psychologen (eher) viele andere Berufsgruppen involviert.

Das Tätigkeitsfeld der Hospiz- und Palliativarbeit lebt von der Interdisziplinarität. Nur durch die Vernetzung der Ressourcen aus Medizin, Sozialarbeit, Pflege, Seelsorge und Psychologie können die Sterbenden und ihre Familien optimal versorgt werden.

Aufgaben für Psychologen

Das Aufgabenfeld von PsychologInnen in der Sterbe- und Trauerbegleitung erstreckt sich über primäre und sekundäre Aufgaben. Als primäre Aufgabe wird hier der direkte Kontakt zu Betroffenen und ihren Familien bezeichnet. Als sekundäre hospizliche Aufgaben werden die Tätigkeiten betrachtet, in denen die im direkten Kontakt mit Betroffenen stehenden Berufsgruppen und ehrenamtlichen HelferInnen durch Fachkräfte begleitet, betreut, geschult oder supervidiert werden.

Stand der Berufspraxis

PsychologInnen sind in der primären Hospiz- und Palliativarbeit unterschiedlich vertreten. In der ambulanten Hospizarbeit sind wenig PsychologInnen tätig; in den ambulanten Hospizgruppen sind vorwiegend Personen aus der Sozialarbeit oder der Pflege verantwortlich tätig. In der stationären Arbeit sind PsychologInnen  vereinzelt auf Palliativstationen hauptberuflich aktiv, weniger in stationären Hospizen und Altenheimen (möglicherweise häufiger in Geronto-Psychiatrien oder Geriatrien).

Im sekundären Kontext gibt es vermehrt eine Nachfrage nach der Kompetenz von  PsychologInnen. In der Ausbildung und in der Supervision von haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen ist die Fachkompetenz von PsychologInnen bedeutsam, obgleich auch hier wie in vielen anderen Kontexten Angehörige anderer Berufsgruppen durch entsprechende Weiterbildungen eine annähernd ähnliche Kompetenz erreichen und auch angefragt werden.

Die Arbeitsfelder im Kontext oder auch am Rande der Hospiz- und Palliativarbeit sollten von PsychologInnen verstärkt erschlossen werden. Auf Grund der im Studium und Fort- und Weiterbildungen erworbenen Kompetenzen können sie hier ein großes Potential bieten.

An welchen Stellen sind Informationen über Hospiz- und Palliativarbeit zugänglich?

Die Menge der Literatur (auch Lehrbücher) zu Sterben, Tod und Trauer ist in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen. Darüber hinaus sind Informationen auf verschiedenen Ebenen der Vertretungen der Hospizarbeit abrufbar:

Literatur

Aulbert, Eberhard u. Zech, Detlev (2000) Lehrbuch der Palliativmedizin. Schattauer, Stuttgart, 2.Auflage

Goldbrunner, Hans (1996) Trauer und Beziehung: systemische und gesellschaftliche Dimensionen der Verarbeitung von Verlustereignissen. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz

Specht-Thomann, Monika, Tropper, Doris (2000) Zeit des Abschieds: Sterbe- und Trauerbegleitung. Patmos, Düsseldorf, 3.Auflage

Wittkowski, Joachim (2003) Sterben, Tod und Trauer – Grundlagen, Methoden, Anwendungsfelder. Kohlhammer, Stuttgart