Seite erstellt am 18.08.1998
 Seite aktualisiert am 16.04.2014

Gesundheitspsychologie > Regionalgruppen > München/Oberbayern >
Vortragsreihe zu Themen, Tätigkeitsfelder und Maßnahmen der psychologischen Gesundheitsförderung in München 2007

In der Regionalgruppe wird im Jahr 2007 wieder eine kontinuierliche Vortragsreihe zu Themen der psychologischen Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation durchgeführt.

Mittwoch, den 28.03.2007, von 19.30 - ca. 21 Uhr
"Neurodermitisschulungen für Kinder, Jugendliche und deren Eltern - ein bewährtes Konzept"
Referentin: Dipl.-Psych. Heidrun Kling, Erlangen
Ort: München, ASZ-Schwabing Ost, Siegesstraße 31 (Ecke Feilitschstraße)

Mittwoch, den 27.06.2007, von 19.30 - ca. 21 Uhr
"Geiselnahme und Gefangenschaft - ihre Auswirkungen auf Psyche und Gesundheit"
Referent: Dipl.-Psych. Wolfgang Weber, Fürstenfeldbruck
Ort: München, ASZ-Schwabing Ost, Siegesstraße 31 (Ecke Feilitschstraße)

Mittwoch, den 26.09.2007, von 19.30 - ca. 21 Uhr
"Mobilfunk und mögliche Wirkungen auf die psychische Gesundheit?"
Referent: Dr. Claus Scheingraber, München
Ort: München, ASZ-Schwabing Ost, Siegesstraße 31 (Ecke Feilitschstraße)

Für alle Veranstaltungen sind Fortbildungspunkte der Landespsychotherapeutenkammer Bayern beantragt.

Anmeldung erwünscht: Email: HannaHoefling@bdp-bayern.de

Nähere Informationen: Thomas Welker, Tel. 089-336957, Email: Thomas-Welker@web.de


Zu den Themen der Veranstaltungen

"Neurodermitisschulungen für Kinder, Jugendliche und deren Eltern - ein bewährtes Konzept"
Referentin: Dipl.-Psych. Heidrun Kling, Erlangen

Neurodermitis ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Säuglings- und Kindesalter. Die betroffenen Familien sind häufig sehr belastet. Sie haben zahlreiche Herausforderungen zu meistern. Da die Erkrankung von vielen Faktoren beeinflusst wird, sehen sich die Eltern mit einer Fülle an Informationen konfrontiert und sind häufig verunsichert, wie sie mit der Hauterkrankung und ihrem Kind am besten umgehen sollten.

Zur besseren Vorsorge und Versorgung der betroffenen Kinder und Jugendlichen wurde von der Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulungen e.V. (AGNES) ein interdisziplinäres Schulungskonzept entwickelt. Die Schulungen wurden in einer kontrollierten randomisierten Multizenterstudie auf seine Wirksamkeit hin überprüft. Neben den Schulungszentren Erlangen und München waren auch Köln, Berlin, Osnabrück, Giessen, Hannover und Sylt daran beteiligt. Es konnte gezeigt werden, dass die Neurodermitisschulungen in allen untersuchten Bereichen effektiver sind als konventionelle Behandlungsmethoden. Neben der Linderung des Schweregrades des Ekzems, besserten sich bei den teilnehmenden Familien die subjektiv erlebte Schwere der Neurodermitis und insbesondere die Lebensqualität der gesamten Familie.

Im multiprofessionellen Schulungsteam haben Psychologinnen und Psychologen eine zentrale Rolle. Wie können Psychologinnen dazu beitragen, dass die Belastungen in den betroffenen Familien gesenkt werden? Was sind psychologische Inhalte in den Schulungen? Wie können wir die psychische Gesundheit der Eltern und der Kinder fördern? Was kann in diesem Rahmen geleistet werden?

Der Vortrag erläutert das AGNES- Schulungskonzept und gibt Einblick in das lohnende und interessante Arbeitsfeld als Neurodermitistrainer/-in für (Gesundheits-) Psychologen/-innen.

"Geiselnahme und Gefangenschaft - ihre Auswirkungen auf Psyche und Gesundheit"
Erfahrungen und Erkenntnisse aus Trainingsszenarios

Referent: Dipl.-Psych. Wolfgang Weber, Fürstenfeldbruck

In dem Referat soll die Thematik ausschließlich aus der Rolle der Betroffenen näher analysiert und in kennzeichnenden psychologischen Dimensionen betrachtet werden. Ausgehend von bekannt gewordenen Aussagen von Opfern werden grundlegende und übereinstimmende Dimensionen des Erlebens mit dem Ziel heraus gearbeitet, Ansätze für ein fachlich fundiertes Arbeiten mit den Opfern zu verdeutlichen. Nicht nur der kritisch eingestellte Kollegin / Kollege überlegt, welches Methodeninventar denn überhaupt sinnvoll im ‚Notfall’ verfügbar ist.

"Mobilfunk und mögliche Wirkungen auf die psychische Gesundheit?"
Referent: Dr. Claus Scheingraber, München

Elektrosmog oder besser die physikalischen Umweltbelastungen sind in den letzten 15 Jahren gravierend angestiegen. Während man seit 30 Jahren versucht die chemischen Belastungen einzuschränken oder abzubauen, erhöht man im physikalischen Bereich die Emissions- und Immissionsbelastung stetig. Belastungen durch Mobilfunk, durch elektromagnetische Felder, werden sogar nur von wenigen Fachleuten ernst genommen. Die Einwirkung hochfrequenter, gepulster Wellen, führt zunehmend zu psychischen und physischen Belastungen, die heute mit dem Begriff ES (= Elektrosensibilität) umschrieben werden.

Da Medizin und Naturwissenschaft nur eine Wirkung, nämlich die thermischen Effekte der Mikrowellen erklären können, glaubt man die athermischen Effekte vernachlässigen zu können. Obwohl viele wissenschaftliche Untersuchungen dem widersprechen, orientieren sich die Grenzwerte an einer unzulänglichen, über 30 Jahre alten Modellvorstellung. Wissenschaftlichen Studien (z.B. die europaweiten REFLEX-Studie von Prof. Adlkofer mit seinem Verweis auf die Gefährdung der Erbsubstanz), die im Ungang mit Feldern und Wellen langfristig ein Risiko sehen, werden negiert.

Gestörter Schlaf ist meist ein sicheres Zeichen für physikalische Umweltbelastungen. In Folge stellen sich Konzentrationsmangel, Nervosität, kognitive Störungen, Wortfindungsstörungen, ein, die oft von Aggressionsneigung, manchmal aber auch von Depression begleitet werden. Der Gesundheitsreport 2005 der DAK konstatiert, dass von 1997 bis 2004 die psychischen Erkrankungen um 70 Prozent gestiegen sind.

So kontrovers die Diskussion um den Mobilfunk in der Öffentlichkeit auch geführt wird, sie sensibilisiert die Wahrnehmung auf unsere elektronische körpernahe Umwelt und macht deutlich, warum die Behandlung von psychischen Störungen im präventiven und therapeutischen Setting an ihre Grenzen stoßen kann.