Seite erstellt am 18.08.1998
 Seite aktualisiert am 25.04.2017

Aktuell > Erinnerung 

In voranschreitender Zeit werden gesammelte "aktuelle Nachrichten" eine Chronik.

"Aktuelles" in den Jahren 2017   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009   2008   2007   2006  

24.04.2017 - Fb Umweltps - System der dualen Berufsausbildung vor mehr als 90 Jahren durch Willy Hellpach in Baden eingeführt

Das System der dualen Berufsausbildung ist derzeit in vielen Medien (durch den Besuch von Ivanke Trump, Tochter und Beraterin des amerikanischen Präsidenten, zB Bericht in Finanznachrichten 20.4.2017) wieder als weltweit beachtetes Modell der Berufsaufbildung gewürdigt. Es wurde 1925 durch den damaligen Staatspräsidenten und Kultusminister von Baden Willy Hellpach in Deutschland eingeführt. Damit wurde Willy Hellpach als liberaler Politiker bis in die Gegenwart weichenstellend; er hat auch als Medizinischer Psychologie viele bis heute beachtenswerte Beiträge - etwa zu (krankheitsverlängernden) Nebenwirkungen von therapeutischen Angeboten - veröffentlicht und darf vor allem weltweit als Begründer der Umweltpsychologie - etwa mit seiner Monographie über die geopsychischen Erscheinungen 1911 - gewürdigt werden. Zur Sektionsseite Willy Hellpach

31.12.2016 - Kurt Lewin 1917 und nachdenkliche Grüsse zum Jahreswechsel 2017

Vor 100 Jahren hat Kurt Lewin als Frontsoldat Veränderungen der Landschaftswahrnehumg mit einem phänomenologischen Analyseansatz - also einer frühen, aber bis heute lesenswerten Arbeit zur Umweltpsychologie - beschrieben:
LEWIN, Kurt: Kriegslandschaft. Kurt Lewin—Publikationen, Aufsätze, Vorträge- Kriegslandschaft (1917). Gestalt Theory, 2009, 31. Jg., Nr. 3, S. 253 (urspr. veröff. in Z.angew.Ps 12,1917).
Beunruhigend ist für uns alle die erneute Aktualität der Themenstellung. Daher recht nachdenklich wünscht der alte und der neue Vorstand allen Freunden und Mitstreitern der GUS-Sektion für das Jahr 2017 beruflich und persönlich viel Gutes!

08.07.2015 - Sektion und Fk Gerontopsychologie - Symposium zum 100.Geburtstag von Hans Thomae

Prof. Dr. mult. Hans Thomae war einer der einflussreichsten deutschsprachigen Psychologen des vergangenen Jahrhunderts für viele Teilgebiete unseres Faches, keineswegs nur der Gerontopsychologie - und ist dies bis heute. Wir dürfen darauf hinweisen, dass anlässlich seines 100.Geburtstags am 31.7.2015 ein von Prof. em. Dr. Georg Rudinger organisiertes Symposion im Forschungszentrum der Universität Bonn, Heussallee 18-24, 53113 Bonn stattfindet.
Weitere Informationen und Programm

12.03.2015 - Fb Umweltpsych - Architekturpsychologen danken Prof. Frei Otto für umfangreiche fachliche Förderung

Dem weltweit anerkannten, kürzlich in Warmbronn (b.Leonberg) verstorbenen Architekten Frei Otto - berühmt vor allem durch die freie Tragekonstruktion des jetzt auch denkmalgeschützten Münchner Olympia-stadions - verdankt auch die Architekturpsychologie umfangreiche fachliche Förderung:
Im Rahmen des Sonderforschungsbreichs 64 „Weitgespannte Flächentragwerke“ an der Universität Stuttgart ermöglichte er bereits in den siebziger Jahren gemeinsam mit dem Architekten Jürgen Joedicke und dem Bauingenieur Fritz Leonhardt die Prüfung der Wirkungen von solchen damals hochgradig innovativen gestalterischen Lösungsansätzen auf der Grundlage von empirischen Forschungsmethoden. Er ist damit auch ein Pionier der empirischen Evaluationsforschung im Bereich der Architektur.
Downloads:
Biographische Hinweise zur Initiative von Prof. Frei Otto (von Dipl-Psych. Dr.E.Geisler) - Einige Veröffentlichungen aus dem früheren interdisziplinär
(Psychologie, Mathematik und selbstverständlich Architektur) zusammengesetzten Sonderforschungsbereich 64 an der Universität Stuttgart

25.08.2014 - Sektion - Erinnerung an Gerhild von Müller

Wir trauern um Gerhild von Müller, Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin. Sie hat sich drei Jahrzehnte in unserem Berufsverband engagiert, sich für die Anerkennung der Psychotherapie in Deutschland mit Erfolg eingesetzt und hat auch zur Entstehung unserer Sektion in ihrer heutigen Struktur massgeblich beigetragen.
Sie war "unbekümmert weiblich, musisch, feinfühlig, rundum genussfähig, naturverwoben und von Moden und Konventionen ungewöhnlich unbeeindruckt" (G.Klaes-Rauch).
Die Trauerfeier mit der Beisetzung der Urne war am Montag, dem 25. August 2014. Zur Erinnerung noch ein kleiner Abschiedsblick auf die Grabstelle (von Susanne Guski- Leinwand).
Gerhild von Müller wird uns fehlen.

28.03.2014 - FB Gesundheitsps - Grußwort des BDP zu 60 Jahren BVPG

Zur 60-jährigen Geschichte der Bundesvereinigung für Prävention und Gesundheitsförderung richtet der Präsident des bdp, Prof. Dr. Michael Krämer, ein Grußwort des Berufsverbandes an den BV, der am 07. April 1954 auf Initiative des damaligen Bundesinnenministers Dr. Gerhard Schröder als „Bundesausschuss für gesundheitliche Volksbelehrung" gegründet wurde mit dem vorrangigen Zweck, „die Vertreter der verschiedensten, an der gesundheitlichen Volksbelehrung interessierten Organisationen an einen Tisch zu bringen, damit alle Wünsche und Bestrebungen auf einander abgestimmt und zu einem sinnvollen Zusammenwirken gebracht werden können" und kontinuierlich in Sinn dieser Ziele weiterhin aktiv ist. Aktiv mitgewirkt an der Vorbereitung hat dazu der Stellv. Vorsitzende des FB, Maximilian Rieländer.

29.08.2013 - FB Schriftps - Überraschende Erkenntnis durch historische Handschriftenkunde

Eine kleine "historische Sensation" gelang dem Reformationshistoriker Prof Ulrich Bubenheimer durch den Fund von handschriftliche Notizen des jungen Martin Luther in einem Band der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (mit Abb. des handschr. Eintrags). Danach hatte Luther den Kerngedanken der reformatorischen Rechtfertigungslehre deutlich früher als bisher angenommen wohl bereits im Alter von 20 Jahren gedanklich präsent. Es ist nicht der erste Fund, der dem Religionswissenschaftler (nach dem Pressebericht im Reutlinger Generalanueiger) mit seinem - auch für Psychologen beachtenswerten - Verfahren der »historischen Kriminalistik« für paläografische Forschungen gelang.

12.08.2013 - FK Erinnerung - Zum Tod von Theo Hermann

Einer der renommiertesten Vertreter unseres Fachgebiets, Theo Herrmann, emeritierter Professor für Allgemeine Psychologie an der Universität Mannheim, ist nach kurzer, schwerer, mit großer Würde ertragener Krankheit am 21.7.2013 im Alter von 84 Jahren verstorben. Wir möchten zu seinem Gedenken auf zwei ausführlichere Würdigungen seiner Biographie von Prof. Joachim Funke (Heidelberg) und von Prof. Joachim Grabowski (Hannover) für die Deutsche Gesellschaft für Psychologie hinweisen. Kollege Theo Herrmann hatte in den letzten Jahren intensiv auch zur Klärung der Rolle von Psycholog/innen im Dritten Reich beigetragen und dazu auch unseren Fachkreis laufend informiert.

19.07.2013 - FK Erinnerung - Symposion zur Erinnerung an Otto Selz

Am 29.11.2013 findet anlässlich des 70. Todestages von Otto Selz ein Symposium im Schloss Mannheim statt. Teilnahme kostenlos, Anmeldung erbeten. Vorläufiges Programm
Otto Selz, geb. 1881, war Professor in Mannheim. 1933 wurde er wegen seiner jüdischen Herkunft in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, emigrierte 1939 nach Amsterdam. Selz wurde 1943 in der Nähe von Auschwitz ermordet. Einflussreiche Beiträge vor allem zur Denkpsychologie. (Mitt. DGPs).

29.03.2013 - FK Erinnerung und FB Schriftps - Richard Hönigswald und das Problem des Rhythmus

In der heutigen Psychologie weitgehend vergessen ist, dass neben philosophischen Haiptwerken aus der Feder des (zunächst) Neukantianers Richard Hönigswald auch wesentliche psychologische Arbeiten stammen (etwa mehrere Publikationen über Grundlagen der Denkpsychologie). Daran erinnert eine Veröffentlichung des Kollegen Reinhard Wegner im Journal für Psychologie, 12 / 2004, S. 176 - 185, auf die hier hingewiesen sei. Behandelt werden in dem Beitrag von Wegner vor allem die Überlegungen von Richard Hönigswald aus dem Jahr 1926 zu dem bis heute aktuellen und psychologisch nicht überzeugend geklärten Problem des Rhythmus.
Richard Hönigswald verlor wegen seiner jüdischen Herkunft rasch nach Machtübernahme der Nationalsozialisten seinen Lehrstuhl in München (er verstarb 1947 in New Haven (Connecticut)). Durch die in der Arbeit von Wegner zitierten Dokumente wird der dafür leider massgebliche Einfluss von Martin Heidegger klar belegt.
Die bis heute diskussionswürdigen und gerade auch unter unseren Schriftpsychologen beachtenswerten Überlegungen von Hönigswald sollten einen Anlass geben, den aktuellen Stand der Erforschung von rhythmischen Erscheinungen unter Einbeziehung neuerer Studien des Zeiterlebens und der Musikpsychologie - aufzugreifen.

19.01.2013 - Konferenz und Ausstellung in Würzburg, Emigration 1933 - 1945

Um Beiträge für die Konferenz der European Society for the History of the Human Sciences (ESHHS) vom 30.7. bis 2.8.2013 im historischen Oswald-Külpe-Hörsaal der Universität Würzburg wirbt der dortige Organisator der Adolf-Würth-Zentrums für Geschichte der Psychologie, Prof. Armin Stock, bis 31.3.
Wir möchten zugleich auf die derzeitige Hermann von Helmholtz - Ausstellung zur Physiologie und Psychophysik des Hörens am Adolf-Würth-Zentrum für Geschichte der Psychologie aufmerksam machen.
Über ein mögliches Thema der Konferenz - die Emigration 1933-1945 als Folge der nationalsozialistischen Herrschaft, die "die einzigartige Kultur aus den kurzen Jahren der Weimarer Republik ... zerstörte und vertrieb" - berichtet kürzlich Claus-Dieter Krohn, fliehen nussten etwa 500.000 Menschen (360.000 davon aus Deutschland, nach dem "Anschluss" im Jahr 1938 kamen noch einmal ca. 140.000 Menschen dazu). Er verweist dabei - unmittelbar an der Nahtstelle zu den Themen unseres Sektionsfachkreises "Erinnerung" - auch auf einige wenige der betroffenen Fachkolleg/innen aus Psychologie, Psychoanalyse und verwandten Fachgebieten (jew. mit Link zum Werkeverzeichnis der Deutschen Nationalbibliothek):
Erik Homburger Erikson (1902–1994), Charlotte Bühler (1893–1974), Erich Fromm (1900–1980), Kurt Lewin (1890–1947), Bruno Bettelheim (1903–1990), den Werbepsychologen George Katona (1901–1981), den empirischen Sozialforscher Paul Felix Lazarsfeld (1901–1976).

31.07.2012 - FK Kulturpsychologie - Werner-Deutsch-Kulturpreis

Die bis vor kurzem noch im Museum Kurhaus Kleve geöffnete Ausstellung "Tendenzen deutscher Keramik 1905-1935 – Vom Jugendstil zum Bauhaus" umfasste als Leihgabe die Sammlung unseres Kollegen Werner Deutsch, der im Jahr 2010 verstorben war (wir dürfen auf unseren kurzen Nachruf vom 19.10.2010 unten auf dieser Seite verweisen). Verliehen wird ausserdem ein Förderpreis für junge Künstler - Werner Deutsch war auch ein großer Freund der Kunst in Kleve und am Niederrhein., die Verleihung findet zur Erinnerung an den Todestag von Werner Deutsch am 12.10. in Braunschweig statt. Ein Aufruf zur Bewerbung für die erste Preisverleihung, initiiert von seinem Lebenspartner Werner Steinecke, findet sich auf der Internetseite des Museum Kurhaus Kleve.

22.06.2012 - William Stern - Biographie (Martin Tschechne 2010)

Von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius herausgegeben erschien 2010 in der Reihe "Hamburger Köpfe" - mit einem Nachwort von Helmut Schmidt - die biografische Studie

Martin Tschechne: William Stern. Hamburg: Ellert & Richter 2010,
160 Seiten, ISBN 9-7838-3190-404-4, € 14,90

Erzählt wird die dramatische Lebensgeschichte des weltberühmten Psychologen und extrem vielseitigen Wissenschaftlers, der 1933 - als Mitbegründer der Universität Hamburg - wegen seiner jüdischen Wurzeln sein Forschungsinstitut dort nicht mehr betreten durfte und in die USA emigrierte, wo er an der Duke Universität in Durham, North Carolina, lehrte, aber die letzten Jahre seines Lebens vereinsamt verbrachte, er verstarb 1938 an Herzversagen.

Der Verfasser stellt resiginierend fest: „Von William Stern und seinem Werk ist nicht mehr oft die Rede". Es gebe "eine bedrückende und mysteriöse Regelmäßigkeit, mit der die Erinnerung an William Stern und seine Forschungen immer wieder in der Sackgasse zu landen" scheine (zit. aus einer Rezension zum Buch von Prof.G.Kleinschmidt 2011). Immerhin wurde 1985 in Hamburg durch Pädagogen und Psychologen die „William Stern Gesellschaft für Begabungsforschung und Begabtenförderung“ geschaffen, die seinen Namen trägt.

21.05.2012 - AK "Erinnerung" - Holocaust- Zeuge Arno Lustiger ist verstorben

Der Historiker und Publizist Arno Lustiger ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Er hatte den Holocaust überlebt und galt als wichtige akademische Instanz für die Geschichte der Juden in dieser Zeit. Noch vor wenigen Monaten erschien sein Buch "Rettungswiderstand. Über die Judenretter in Europa während der NS-Zeit", das die Zeit des Nationalsozialismus in Europa aus einer stark vernachlässigten Perspektive beleuchtet, weil es sich der großen Zahl der allzuoft vergessenen Judenretter widmet (vgl. Mitt.unseres Arbeitskreises unten vom 30-9-2011 mit einer Kommentierung von Susanne Guski-Leinwand und Rudolf Günther).

13.05.2012 - Wilhelm Busch und die Kunst-, Schrift- und Politische Psychologie

Eine Vielzahl von Berührungsebenen zur Psychologie enthält eine mit Genuss lesbare, reich illustrierte Monographie von
Edith Braun: Geheimsache Max und Moritz. Wilhelm Buschs bester Streich (Gollenstein 2005, 239 S.)
Die Verfasserin versucht nachzuweisen, dass Wilhelm Busch in seiner Bubengeschichte "Ereignisse aus der Zeit der Frankfurter Nationalversammlung 1948/49 verschüsselt dargestellt" (S.59) habe. Sie stützt ihre Beweisführung auf die handschriftliches Urfassung der sieben Streiche, die bei der späteren Drucklegung vereinfacht und modifiziert wurde (S.6). Während seines Studiums in Antwerpen hatte er Gelegenheit, die ins Ausland geflohenen Akteure persönlich kennen zu lernen..
Sollte die detailreiche, auf eine Vielzahl von Indizien gestützte Beweisführung der Verfasserin (sie ist u.a. "Expertin für saarländische Mundarten, ... Dozentin für Englisch und Russisch") stichhaltig sein, so wäre es Busch gelungen, mit einem vermeintlichen Kinderbuch in perfekter Satire die damalige Zensur zu überlisten.

Gerade weil sich die Beweisführung stark auch auf Schrift- und Bildinterpretationen stützt, machen doch die verwendeten - oft rein allegorischen - Deutungsregeln (v.a. S.69) klar, dass die (Be)deutung von Schrift als Kulturgut keineswehs allein auf psychologischer, sondern beispielsweise auch auf kryptographischer und -logischer Ebene zu analysieren versucht werden kann. Die Beweisführung erscheint intuitiv plausibel, es darf aber eine grundlegende methodische Schwäche für die Stringenz der Deutungen (z.B. der vielen Kleindetails, etwa S.152) nicht unterschätzt werden (eine Schwachstelle, die auch gegen den graphologischen Deutungsprozess kritisch ins Feld geführt wird).
Auch der Wikipedia- Abschnitt “Deutungsansätze” befasst sich mit dem - augenscheinlich vergriffenen - Werk. Den Hinweis auf das Buch verdanken wir einem Wilhelm-Busch-Kenner aus Lüdinghausen

15.11.2011 - Psychohistorische Fachtagung zur Nazizeit

Vom 20.-22.1.2012 findet an der Akademie Hofgeismar eine Fachtagung "Das psychohistorische Erbe der Nazizeit - und seine Spuren in der Gegenwart" mit mehreren sozialpsychologischen und psychotherapeutischen Beiträgen statt (siehe Programm; Hinw. Prof.S.Preiser PolPs/Björn Käs, Stud. BGSt)

20.06.2011 - Erich Mühsam handschriftlich im Internet

Im Rahmen der jetzt erstmals komplett publizierten Tagebücher von Erich Mühsam - in Buchform und parallel im Internet - sind auch die riesigen Schriftproben zu seiner Handschrift zugänglich.
Darüber und über Erich Mühsam - er war Lyriker und Freigeist, ein Sonderling und Erotomane und "eine der verwegensten Gestalten der deutschen Literatur" - wird derzeit in vielen Medienbeiträgen berichtet. Er hinterließ "hinreißende Tagebücher", die auch in der Gutenbergsammlung zugänglich sind.

18.06.2011 - Kurzkommentare zu Neuerscheinungen: Jüdisches Leben in Osteuropa 

* Brandon, R., Sapper, M., Weichsel, V., Lipphardt, A. (Hg.): "Impulses für Europe. Tradition and Modernity in East European Jewery" (Z. Osteuropa 2008, 328S., 24.- EUR)
wird kurz kommentiert für den GUS- AK Erinnerung von Dr.Susanne Guski-Leinwand (siehe auch Mitt. unten vom 16.4.2011)

16.04.2011 - Wichtige Neuerscheinungen

Drei kürzlich erschienene Bücher haben vielfältige Bezüge zu Themen des Fachkreises Angewandte Kulturpsychologie / AK Erinnerung unserer Sektion und zur Sektion Politische Psychologie. Ihnen gemeinsam ist die interkulturelle und transnationale gesamteuropäische Betrachtungsperspektive.

Am häufigsten auf psychologische Facherkenntnisse verwiesen wird bei
-- Dan SANDU (Ed): European Societies in Transition. Social Development and Social Work (2009).
Der Band befaßt sich mit drei Schwerpunkten: Modelle und Strategien der Sozialarbeit (pt 1), Zivilgesellschaft und religiöse Gemeinschaften (pt 3); im zweiten Teil - auch hier kommen einige PsychologInnen, etwa aus Polen, in Beiträgen zu Wort -, der sich mit dem Konzept der Inklusion befaßt, werden (anders als bei der hierzulande eher einseitig auf schulische Teilhabe- Chancen beschränkten Diskussion) vor allem auch Schwierigkeiten und Lösungsansätze für Minderheitengruppen (und Senioren, in einem Beitrag) behandelt. Inhaltsübersicht und Download-Verweis

Zwei weitere, jeweils reich bebilderte Bände mit engen Bezügen zu Arbeitsschwerpunkten unserer Sektion; wurden von der interdisziplinären, bereits 1925 gegründeten Zeitschrift "Osteuropa" herausgegeben:
-- Sapper, M., Weichsel, V. (Hg.): Altersbilder. Kriegserinnerungen, Demographie und Altenpolitik" (Z. Osteuropa 60 / 2010, 320 S., 22,- EUR). Der Band enthält auch einen Beitrag von Dipl.Psych Andreas Kruse (und weiteren Koautoren) über "Altenpolitik als Querschnittaufgabe",
(Nachtrag 18.6.: Kurz kommentiert für den GUS- AK Erinnerung von Dr.Susanne Guski-Leinwand)
-- Brandon, R., Sapper, M., Weichsel, V., Lipphardt, A. (Hg.): "Impulses für Europe. Tradition and Modernity in East European Jewery" (Z. Osteuropa 2008, 328S., 24.- EUR)
Zu den Bänden sollen demnächst - gemeinsam mit Kollegin Dr.Guski- Leinwand für den Sektions- Arbeitskreis "Erinnerung" (der Arbeitskreis will seinen Beitrag leisten, um an politisch durch das Dritte Reiche verfolgte Fachkolleg/innen zu erinnern) - auch jeweils kurze Rezensionen auf den Weg gebracht werden.

19.10.2010 - Erinnerung an Werner Deutsch

Vor wenigen Tagen ist Prof. Dr. Werner Deutsch (1947- 2010), Ordinarius an der Technischen Universität Braunschweig, plötzlich verstorben.
Nicht zuletzt an das große musik- und kulturpsychologische Engagement von Werner Deutsch (er war auch ausgebildeter und aktiver Tenor) und an seine fachgeschichtlichen Interessen (etwa über William Stern)
soll hier mit den fein gewählten Worten seines Lebenspartners Werner Steinecke erinnert werden.
"Nun merk' ich erst, wie müd' ich bin,
Da ich zur Ruh' mich lege:
Das Wandern hielt mich munter hin
Auf unwirtbarem Wege" (Text von Wilhelm Müller zu 10. Rast in Franz Schubert, Winterreise)
Auch zum Gedenken an den mit unserer Sektion eng und langzeitig verbundenen Heiner Erke durften wir auf die schönen Formulierungen von Werner Deutsch zurückgreifen.

04.10.2010 - Sexualität und Gesundes Altern: Zum Tod von Oswald Kolle

Oswalt Kolle ist am 24. September mit fast 82 Jahren in Amsterdam gestorben. Der Journalist gilt als einer der wichtigsten Vorkämpfer der sexuellen Aufklärung und hat sich zuletzt vor allem auch dafür eingesetzt, Sexualität als ein einfaches Mittel gegen Altersdepressionen wahrzunehmen und älteren Menschen darauf bezogene blockierende Ängste zu nehmen, also in direkter Übereinstimmung mit psychologischen Zielsetzungen zum gesunden Altern: "Viele Alte setzen sich selbst unter Druck. Die Frauen denken, sie sind nicht mehr attraktiv genug, die Männer sehen Sex als Leistung" (AP).
Einen Ausschnitt aus den vielen Würdigungen zum Tod von Oswald Kolle in den Pressemedien gibt www.nachrichten.de

27.01.2010 - Spuren: Eine Erinnerung auch an Heiner Erke

An die Generation 40+ oder so wendet sich Heiko Ernst - Diplompsychologe, Chefredakteur von "Psychologie heute" und Verfasser vieler lesenswerter Bücher - in einem neuen Band (Heiko Ernst: Weitergeben! Anstiftung zum kreativen Leben. Hoffmann und Campe 2008, geb. 19,95) mit den Fragen "Welche Spuren will ich hinterlassen? Was ist der Sinn meines Lebens? Wie ist es mit der Zukunnft der Nachgeborenen? Wie soll man sich an mich erinnern?"
Zur Einführung eines Kapitels "Über die Einführung in die Unsternlichkeit" (S.137 f.) stellt der Autor eine für viele aller Fachkolleg/innen (durchaus nicht nur aus dem Akademia- Ghetto) durchaus realistische Frage: "Welche Spuren hinterlassen Psychologen ...?" Er verweist dabei auf eine ungewöhnliche Antwort, die uns das Lebenswerk eines Kollegen bietet, der mit unserem Fachgebiet der Umweltpsychologie über Jahrzehnte auf das engste sehr freundschaftlich verbunden war, nämlich die Spuren, die das Werk des Braunschweiger Psychologen Prof. Dr. Heiner Erke hinterlassen hat, der am 17.2.2007 nach schwerer Krankheit verstorben ist. Wir erinnern gern wieder an Heiner Erke, der durch Wolfgang Metzger in Münster die gestaltpsychologische Prägung seines Denkens bekam "in der Tradition dieser genuin deutschen Psychologenschule" (Ernst, a.a.O., S.138), mit dem schönen Zitat aus dem Nachruf von Prof. Werner Deutsch (nachzulesen.in unserer Erinnerung an Heiner Erke).

10.02.2008 - Zum Gedenken an Jürgen Bortz

Als Verfasser oder Mitautor von mehreren Standardwerken zählt Professor Dr.Jürgen Bortz zu den bekanntesten Fachvertretern der Methodenlehre weit über den Bereich der Psychologie hinaus. Und wohl nahezu jeder empirisch arbeitende Psychologe oder Psycholgiestudent wird "seinen Bortz" in Griffweite stehen haben ("Statistik für Human- und Sozialwissenschaftler", "Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler", "Verteilungsfreie Methoden in der Biostatistik" als Neuaflage des Klassikers von Gustav A. Lienert, mit Klaus Boehnke - um nur die bekanntesten Bücher zu nennen).)
35 Jahre lang - seit 1972 - hatte er am Psychologischen Institut der TU Berlin den Lehrstuhl für Methodenlehre inne. Er war für Studierende ein überaus anregender Lehrer in einem wahrhaftig selten geliebten Fachgebiet, wie Andrea Benecke anschaulich aus persönlicher Erfahrung schildert (s.u.), und auch ein durchaus nicht praxisfremder Hochschulforscher: So interessierte er sich für Ästhetik- und Schmerzforschung ebenso sowie für psychometrische Einsamkeitsforschung (mehrere Arbeiten mit Nicola Doering), und er war ab 1989 Geschaeftsfuehrer eines sog. "An- Instituts" an der Technischen Universitaet Berlin (teleskopie GmbH, einem Institut der Infas-Gruppe); dort hat er mit dem Arbeitsteam die TV- Zuschauerforschung sehr stark beeinflusst (diese Hinweise verdanken wir seinem langjährigen Berliner Kollegen Dr. Konrad Leitner).
Jürgen Bortz war auch langjähriges Mitglied des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP). Er ist am 22. September 2007 im Alter von 64 Jahren nach jahrelanger progredienter Erkrankung verstorben.
Den in den vpp- Nachrichten veröffentlichten persönlichen Nachruf für Professor Dr.Jürgen Bortz von Andrea Benecke (Universität Mainz) stellen wir mit seinem Foto hier - mit freundlicher Genehmigung des Verlags der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie - als Download zur Verfügung (RG)

26.07.2007 - Umweltpsychologie - Symposium zur Erinnerung an ökosystemisches Entwicklungsmodell von Urie Bronfenbrenner

Am 25. September 2005 war in New York Professor Urie Bronfenbrenner verstorben. Der Psychologe wurde mit einem ökosystemischen Ansatz zur menschlichen Entwicklung international und fächerübergreifend - nicht zuletzt auch in der Soziologie und Pädagogik - bekannt. 1986 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der TU Berlin verliehen.
Die European Society for Developmental Psychology führt im Rahmen ihres Kongresses 21 - 25 August 2007 (mit Vorab- Workshop 20./21.8.2007) in Jena ein Symposium "in Memoriam of Urie Bronfenbrenner“ unter Leitung von Richard Lerner (Medford, MA, USA) durch (weitere Informationen)

10.06.2007 - Werk von Rudolf Arnheim

Rudolf Arnheim, geb. am 15. Juli 1904 in Berlin, ist am 9. Juni 2007 in Ann Arbor, Michigan im Alter von 102 Jahren gestorben.

Zu Leben und Werk des sicherlich bedeutendsten Kunstpsychologen des 20. Jahrhunderts (aus der Berliner Schule der Gestaltpsychologie, Promotion bei Max Wertheimer 1928) finden Sie hier weitere Informationen, ferner in Report Psychologie 7-8/2007, S.345-6.

Zusätzlich ist für unsere Sektion - und auch für den gesamten Berufsverband Deutscher Psychologen, dessen Gründung maßgeblich auf Initiative der Schriftspsychologie zurückgeht - von besonderer Bedeutung, daß für Rudolf Arnheim die Graphologie zu den anwendungsbezogen wichtigsten Ausdrucksfeldern zählt, die mit einer sauberen experimentellen Methodik auf ihre Validität geprüft werden kann; darauf verweist er an vielen Stellen seiner bedeutenden Publikationen (schon seine Dissertation von 1928 befaßte sich mit experimentell fundierten Lösungsansätzen zu diesem Problem).

Merkwürdigerweise fehlt wohl bisher der Versuch, die hierzu vorliegenden, experimentell gestützen Untersuchungsverfahren und -ergebnisse aus dem Umfeld der Gestaltpsychologie zusammenzufassen, in ihrer Bedeutung für die graphologische Anwendung aufzubereiten und dadurch ein theoretisch wie methodisch erweitertes und heutigen Denktraditionen in der Psychologie viel besser entsprechendes Grundkorsett für diesen Verfahrensbereich zu schaffen.

15.12.2007 - Kollege Werner Culp tödlich verunglückt

Wir müssen die erschütternde Nachricht weitergeben, daß unser Kollege Werner Culp am 15.12.2007 bei einem Verkehrsunfall als Mitfahrer tödlich verletzt wurde. Er wurde 54 Jahre alt. Die Beerdigung findet am 22.12.2007 in Bonn statt.

Werner Culp, Diplompsychologe und Diplompädagoge, hat sich vor allem für Verkehrssicherheit von Kindern (hier besonders im Programm "Kind und Verkehr" des DVR), aber auch im Netzwerk unseres Fachkreises Gerontopsychologie für gesundes Altern eingesetzt. Wir haben Werner Culp in den vielen Jahren der Zusammenarbeit als kompetenten, immer besonnenen und freundlichen Kollegen kennengelernt und werden ihn sehr vermissen (Dr.R.Günther, H.Wennemar)

30.05.2007 - Fachgeschichtlich interessanter Fund

"Der Psycholog" ist der Titel einer Erzählung von Ludwig Tieck aus dem Jahr 1796
"Psychologen ... sind nicht mehr so selten, wie ehedem". Auch dieser Satz findet sich in der für unsere Fachgeschichte sicherlich beachtenswerten Erzählung von Ludwig Tieck, die unsere Berufsbezeichnung bereits im Jahr 1796 im Titel trägt. Die kleine Erzählung können Sie nachlesen.
Quelle: Ludwig Tieck Bd 15 Gesamtausgabe (Verlag G. Reimer Berlin 1829), S.245-52

24.03.2007 - Fachbereich Umweltpsychologie - In Memoriam Heiner Erke

Nach schwerer Krankheit verstarb Prof. Dr. Heiner Erke am 17. Februar 2007 im Alter von 68 Jahren in München.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie. Aber auch wir Umweltpsychologen verlieren mit ihm einen überaus kreativen Kollegen, Freund und langjährigen Mitstreiter auch im BDP-Umweltpsychologen- Netzwerk, der sich unermüdlich und sehr erfolgreich für die Erweiterung und Anwendung des psychologischen Fachwissens einsetzte. Während der langjährigen Leitung seiner Abteilung am Institut für Psychologie der Technischen Universität Braunschweig fand die Angewandte Psychologie respektvolle Anerkennung in vielen anderen Fachdisziplinen und Organisationen deutschland- und europaweit, nicht zuletzt durch das von ihm unermüdlich geförderte (und geforderte) Engagement bei seinen Mitarbeiter/innen und Studenten.
Am 24.03.2007, 11.00 h, findet in der Aula der TU Braunschweig, Pockelsstr. 11, 38106 BS, eine Trauer-/Gedenkfeier für Heiner Erke statt.
Hier finden Sie einige weitere Informationen, ferner in Report Psychologie 2 /2007

07.11.2006 - Fachkreis Gerontopsychologie - In Memoriam Paul B. Baltes

Paul B. Baltes ist am 7. November 2006 im Alter von 67 Jahren in Berlin verstorben.
Wir möchten an dieser Stelle die Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie zum Tod von Paul Baltes zugänglich machen und auf einige weitere Informationen verweisen.

Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin, wird am 12. Januar 2007 im Harnack-Haus (Ihnestrasse 16-20, 14195 Berlin; www.harnackhaus-berlin.mpg.de) zu Ehren von Prof. Dr. Drs. hc. Paul B. Baltes eine akademische Gedenkfeier veranstalten. Zum Nachruf für Paul Baltes in Report Psychologie